Blinde Passagiere – Parasiten bei Hund und Katze


Zugegeben, der Gedanke an diverse Mitesser bzw. Schmarotzer ist nicht gerade appetitlich, doch als Tierbesitzer und Tierärzte müssen wir uns leider mit diesem Problem auseinandersetzen. Glücklicherweise haben sich die Lebensumstände der Menschen so verändert, dass wir größtenteils von Parasiten verschont bleiben. Unsere Hunde und Katzen jedoch sind im Unterholz unterwegs und machen auch mal Beute.
Parasiten ernähren sich von den Körperflüssigkeiten ihres Wirtes und fügen ihm damit Schaden zu. Es werden äußere und innere Parasitosen unterschieden. Äußere Parasiten, wie Zecken und Flöhe, sind schon mit bloßem Auge zu erkennen. Sie sind nicht nur ein juckendes Ärgernis, sondern können krankmachende Erreger übertragen. Zecken transportieren z.B. Anaplasmen, Babesien, Borrelien und Hepatozoen. Sammeln sie also Zecken zeitnah von ihren Tieren ab. Flöhe können Bandwurmlarven auf Hunde und Katzen übertragen und beim Menschen die Katzen-Kratz-Krankheit auslösen. Ist es zu einem Flohbefall gekommen, müssen die Tiere und auch die Umgebung behandelt werden. Einen wirksamen Schutz vor Zecken und Flöhen bieten verschreibungspflichtige Spot-on Präparate zum Auftragen und neuerdings auch Tabletten. Haarlinge und Milben sind schwer zu entdecken. Sie leben auf bzw. in der Haut oder verstecken sich in den Ohren. Meist erkennt man den Befall mit Haarlingen oder Milben erst durch die ausgelösten Symptome wie Juckreiz, Hautentzündungen, vermehrte Schuppenbildung und kahle Stellen. Hier ist der Tierarzt gefragt, die betreffenden Parasiten zu diagnostizieren und eine spezielle Behandlung einzuleiten.
Die inneren Parasitosen können den Darm sowie den gesamten Körper betreffen. Von besonderer Bedeutung ist bei Hunden und Katzen der Befall mit Würmern. Band-, Spul-, Haken- und Peitschenwürmer leben im Darm der Tiere. Es gibt aber auch Lungenwürmer und Herzwürmer. Die Infektionsquellen für Würmer sind vielfältig. Die Übertragung erfolgt über mikroskopisch kleine Wurmeier bzw. Larven. Durch den Kot von Hunden, Katzen und Füchsen gelangen Wurmeier in die Umwelt und entwickeln sich dort zu infektiösen Larven. Diese gelangen durch Schnüffeln im Gebüsch, Fressen von Gras und Erde oder Belecken des Fells in den Körper. Wurmeier bleiben monatelang infektiös und werden auch mit den Schuhen ins Haus getragen. Bandwürmer können über Mäuse, Vögel, Flöhe sowie über rohes Fleisch übertragen werden. Spulwurmlarven gehen teilweise schon mit der Muttermilch auf die Welpen über. Würmer können in unseren Haustieren leben und sterben, ohne dass wir sie je gesehen haben. Relativ selten tauchen sie im Kot auf oder werden erbrochen. Bei jungen Tieren kann es zu Entwicklungsstörungen und Darmverschluss kommen. Bei älteren Tieren ist Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Durchfall und Erbrechen möglich. In seltenen Fällen können sich auch Menschen, insbesondere Kinder, mit Wurmeiern infizieren. Das Immunsystem schützt uns vor diesen Eindringlingen. Es kommt nicht zum Wurmbefall, allerdings können sich im Körper Zysten bilden. Würmer haben sich auf Hunde und Katzen als Wirte spezialisiert. Auch wenn wir die Fütterung und das Verhalten unserer Tiere noch so gut organisieren, so können wir doch Infektionen mit Würmen nicht ausschließen. Die Entwicklung des erwachsenen Wurms im Darm des Tieres dauert etwa drei bis sechs Wochen. Bei Kotuntersuchungen von Sammelproben dreier Tage sollen vorhandene Wurmeier nachgewiesen werden. Da diese unregelmäßig ausgeschieden werden, kann die Untersuchung auch ein falsches Ergebnis liefern. Eine regelmäßige Entwurmung ist die sicherste Vorsorge und schützt die Gesundheit von Mensch und Tier! Parasitologen geben den Lebensumständen entsprechende Empfehlungen. Bei Muttertieren und Welpen müssen besonders engmaschige Entwurmungspläne eingehalten werden. Bei Tieren, die jagdlich geführt werden bzw. Nagetiere oder Aas fressen, ist eine monatliche Behandlung ratsam. Für Stubentiger ohne Balkon ist unter Umständen eine zweimalige Anwendung pro Jahr ausreichend. Im Allgemeinen werden für Hunde und Katzen vier Entwurmungen im Jahr empfohlen! Moderne Entwurmungsmittel sind sicher und sehr gut verträglich. Es gibt verschiedene Tabletten, auch mit Geschmack, sowie praktische Spot-on Produkte.

Gefahren durch Zeckenbefall


Wer sich in der Natur bewegt kennt sie: die Zecken! Blutsaugende Parasiten, die uns in diesem Jahr besonders zu schaffen machen. Sie sind nicht nur für uns Menschen lästig und gefährlich, sondern auch für unsere vierbeinigen Hausgenossen. Zecken sind Spinnentiere und gehören zu der Gruppe der Milben. In Deutschland kommen am häufigsten Schildzecken vor. Man unterscheidet dabei u.a. Holzböcke, Igelzecken, Schafzecken, Hundezecken und Auwaldzecken. Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist in Deutschland heimisch und weit verbreitet. Die braune Hundzecke und die Auwaldzecke wurden aus Süd- bzw. Osteuropa eingeschleppt und kommen meist bei Hunden vor. Schildzecken durchlaufen nach dem Schlüpfen aus dem Ei mehrere Entwicklungsstadien. Die Larve häutet sich zur Nymphe und diese zur erwachsenen Zecke. Jedes Stadium muss Blut saugen, bevor es sich weiterentwickeln kann. Das Wirtsspektrum umfasst dabei Nagetiere, Wild- und Nutztiere, Katzen, Hunde und Menschen. Zecken lieben es feucht und warm. Nur in kalten Winter- und trockenen Sommermonaten ist ihre Aktivität deutlich eingeschränkt. Bevorzugte Aufenthaltsgebiete sind Waldränder, Lichtungen, Uferregionen, aber auch Wiesen und Gärten. Zecken bewegen sich auf dem Boden fort und begeben sich vom Unterholz, von Sträuchern und hohem Gras auf ihre Opfer. Mit Hilfe spezieller Organe nehmen die Zecken ihre Wirte in der Umgebung war. Besonders werden chemische Reize registriert, die Wirbeltiere durch ihren Stoffwechsel abgeben. Aber auch thermische Signale, Vibrationen und sich ändernde Lichtverhältnisse werden zur Erkennung potentieller Opfer genutzt. Aus ihrer Lauerstellung heraus krallen sich Zecken an Haut, Fell oder Kleidung fest und krabbeln zu einer geeigneten Hautregion. Sie nehmen Ihre Blutmahlzeit ein, indem sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut durchdringen. Da die Zecken mit ihrem Speichel betäubende Stoffe abgeben, gelingt es ihnen anfangs relativ unauffällig Blut zu saugen. Im dichten Fell von Hunden und Katzen sind die Zecken oft kaum wahrzunehmen. Erst wenn sie durch das Blutsaugen an Größe zugenommen haben, werden sie vom Tierbesitzer bemerkt. Katzen neigen dazu, sich die Zecken wegzukratzen, wobei oftmals Wunden und Hautentzündungen entstehen. Durch den Saugakt können Zecken verschiedene Krankheitserreger auf ihre Wirte übertragen. Die gute Nachricht: es ist sehr unwahrscheinlich, dass Katzen durch Zeckenbisse krank werden. Um so gefährlicher sind Zeckenbisse leider für unsere Hunde. Holzböcke übertragen die Borreliose und die FSME. Die Borreliose kann bei Hunden zu schweren Symptomen, wie Fieberschüben und wechselnden Lahmheiten führen. Im Gegensatz zum Menschen ist bei Hunden eine Impfung gegen Borreliose möglich, ihr Tierarzt wird sie gerne darüber beraten. Die braune Hundezecke überträgt die Blutkrankheiten Babesiose, Erlichose und Anaplasmose. Diese „Reisekrankheiten“ kommen inzwischen auch in Deutschland vor. Bei Hunden, die aus dem Mittelmeerraum stammen, sollten geeignete Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um diese Infektionen auszuschließen. Vorbeugen ist besser als heilen! Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Zecken erst nach 12 bis 48 Stunden Krankheitserreger weitergeben. Suchen sie also abends besonders ihre Hunde ab und entfernen sie die Zecken z.B. mit einer Zeckenzange! Da diese Methode nicht immer vollständig sein kann, empfiehlt sich eine geeignete Zeckenprophylaxe. Ziel ist es, die Zecken abzuwehren bzw. abzutöten, bevor diese Krankheitserreger übertragen können. Dazu bedarf es bestimmter tierärztlicher Präparate, deren Anwendung je nach Umfeld, Gewohnheiten und Größe der Tiere unterschiedlich erfolgen kann. Hochwirksam und sehr praktikabel sind sogenannte „spot-on“ Produkte. Hierbei wird der Wirkstoff an einer Stelle des Körpers aufgetragen und verteilt sich von dort aus über die gesamte Hautoberfläche. Dort wird der Wirkstoff gespeichert und schützt die Tiere über mehrere Wochen vor Zecken. Bitte benutzen sie niemals Zeckenmittel für Hunde bei Katzen! Lassen Sie sich vom Tierarzt über geeignete Möglichkeiten zum wirksamen Schutz Ihres Tieres vor Zecken beraten!

Ursachen für Juckreiz bei Hund und Katze


Hunde und Katzen können gleichermaßen betroffen sein, schleichend oder plötzlich war er da: der Juckreiz! Der Tierhalter wird selbst schon ganz kribbelig und nervös, wenn sich sein Begleiter dauernd kratzt, reibt, beißt, leckt oder schüttelt. Die Tiere sind unruhig, ihre Lebensqualität ist eingeschränkt. Jetzt heißt es schnell handeln, bevor Haut und Haare weiter zerstört werden! Der Tierarzt ist hier der richtige Ansprechpartner. Im Gespräch werden die genauen Lebensumstände der vierbeinigen Hausgenossen geklärt. Der Tierhalter sollte sich schon zuvor überlegen, wie lange und bei welchen Gelegenheiten es Hund oder Katze juckt und welche Körperstellen besonders betroffen sind. Bei der Anamnese können schon mögliche psychische Ursachen, wie Unterbeschäftigung oder Stress ermittelt werden. Der Tierarzt wird anschließend eine gründliche Allgemeinuntersuchung durchführen. Hierbei gilt es, auch mögliche Erkrankungen der Ohren, der Zähne oder der Analdrüsen zu erkennen. Das Haarkleid wird auf das Vorhandensein von äußeren Parasiten, wie z.B. Flöhen oder Milben, untersucht. Auch Wohnungskatzen können von Flöhen befallen sein, die von Besuchern eingeschleppt wurden oder die sich in der Fußmatte vor der Tür eingenistet haben. Innere Parasiten wie Rund- oder Bandwürmer können ebenso für den Juckreiz verantwortlich sein. Eine regelmäßige Entwurmung der Vierbeiner ist unabdingbar, auch im Sinne der menschlichen Gesundheit. Mit verschiedenen Untersuchungsmethoden kann geklärt werden, ob eine Infektion der Haut mit Bakterien, Hefen oder Pilzen vorliegt. Je nach Befund werden die Tiere mit den entsprechenden Medikamenten behandelt. Konnte die Ursache für den Juckreiz bisher nicht festgestellt werden, muss der Tierarzt in die „Tiefe“ gehen. Erkrankungen der inneren Organe, wie Leber oder Niere, können den Hautstoffwechsel beeinflussen. Hormonelle Störungen, beispielsweise bedingt durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse, beeinträchtigen ebenso den Zustand der Haut. Mittels geeigneter Blutuntersuchungen kann ermittelt werden, wie es um das „innere Gleichgewicht“ der Tiere bestellt ist. Auch Autoimmunkrankheiten, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen richtet, können mittels Blutuntersuchungen nachgewiesen werden. Bei älteren Tieren ist es leider auch möglich, dass Schmerzen des Bewegungsapparates oder Tumoren zur intensiven Auseinandersetzung mit einer bestimmten Körperregion führen. Treffen die bisher genannten Aspekte nicht zu, ist an eine Allergie als Auslöser des Juckreizes zu denken. Allergien treten auf, wenn das Immunsystem des Tieres auf einen harmlosen Stoff aus seiner Umwelt überreagiert. Diese Überempfindlichkeit ist wahrscheinlich erblich bedingt. Beim Verdacht auf eine Allergie sollten sämtliche Gegenstände betrachtet werden, mit denen die Tiere in Berührung kommen. Hunde leiden relativ oft an Atopischer Dermatitis, einer allergischen Hautentzündung, die weite Teile des Körpers betrifft. Die Auslöser (Allergene) können größtenteils mittels spezieller Blutuntersuchungen im Labor ermittelt werden. Man unterscheidet sogenannte Indoor-Allergien z.B. auf Hausstaubmilben und Outdoor-Allergien z.B. auf Blütenpollen. Durch bestimmte Maßnahmen im häuslichen Bereich oder spezielle Medikamente können die Symptome der Allergie in den meisten Fällen deutlich gemindert werden. Allerdings sind Allergien auf bestimmte Futterbestandteile kaum über Labormethoden zu ermitteln. Beim Verdacht auf eine Futtermittelallergie ist die Fütterung einer sogenannten Ausschlussdiät über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen notwendig. Hierbei enthält das angebotene Futter eine genau festgelegte Eiweißquelle (z.B. Pferdefleisch) sowie eine einzige Kohlenhydratquelle (z.B. Kartoffeln). Neuerdings sind auch Fertigdiäten erhältlich, welche enzymatisch zerkleinerte Eiweiße enthalten. Hierbei soll das Immunsystem auf die Kleinstteilchen nicht mehr reagieren, so dass die Allergie ausbleibt. Während der Diät dürfen Hunde und Katzen keine anderen Nahrungsmittel zu sich nehmen! Diese Form der Allergiediagnose erfordert von Frauchen und Herrchen ein hohes Maß an Konsequenz und Durchhaltevermögen. Für die Tiere ist die Umstellung meist recht unproblematisch. Wie gezeigt, kann der Juckreiz bei unseren Haustieren sehr vielfältige Ursachen haben. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Tierhalter und Tierarzt sollten die genauen Ursachen gefunden werden, damit unsere Schützlinge von ihrem Juckreiz befreit werden können.

Zahnpflege und Zahngesundheit


Wir Menschen wissen nur zu gut, wie es um unsere Zähne bestellt wäre, wenn wir sie nicht regelmäßig putzen würden. Diese Folgen drohen auch Hunden und Katzen, denn durch die heute übliche Ernährung werden die Zähne der Tiere nicht in dem Maße gereinigt, wie dies bei ihren Vorfahren durch den regelmäßigen Beutefang und -verzehr üblich war. Nach jeder Mahlzeit haften Nahrungsreste an den Zähnen und bieten Bakterien eine ideale Wachstumsgrundlage. Es entstehen durchsichtige, klebrige Beläge, die sogenannte Plaque. Diese wird durch Einlagerung von Mineralien zu Zahnstein. Der harte, gelbbraune Zahnstein reizt den Zahnfleischsaum, es kommt zu schmerzhaften Zahnfleischentzündungen (Gingivitis). Bleiben diese Zahnfleischentzündungen unbehandelt, geht das Zahnfleisch zurück (Parodontitis) und das Zahnbett wird zerstört. Die Zähne lockern sich, fallen aus oder müssen gezogen werden. Von den Entzündungen in der Maulhöhle ausgehend, verbreiten sich Bakterien und deren giftige Stoffwechselprodukte über das Blut im gesamten Körper und können zu Erkrankungen an Herz, Leber und Niere führen. Die Bildung von Zahnstein kann bei den einzelnen Hunden und Katzen recht unterschiedlich sein. Dies hängt ab von den Ernährungsgewohnheiten sowie von der Zusammensetzung und der Menge des Speichels, der zur Zahnreinigung beiträgt. Bei mangelnder Bewegung von Hunden können die Lefzen ihre reinigende Funktion an den Zähnen nicht in vollem Umfang erfüllen.
Sie sollten die Maulhöhle ihrer Tiere regelmäßig kontrollieren und einmal jährlich die Zahngesundheit durch den Tierarzt beurteilen lassen. Anzeichen von Zahnproblemen sind: verstärkter Mundgeruch, gerötetes Zahnfleisch, Zahnfleischblutungen, Zahnverfärbungen, Zahnstein, lockere Zähne bzw. Zahnausfall. Hunde und Katzen leiden bei Zahnproblemen an folgenden Symptomen: vorsichtiges Kauen, Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme, verminderter Appetit, Abmagerung, übermäßiges Speicheln sowie Kratzen am Maul. In diesen Fällen ist die Durchführung einer professionellen Zahnsanierung in Narkose erforderlich. Dabei werden die Zähne per Ultraschall gereinigt und anschließend poliert. Zähne, die nicht zu retten sind, werden entfernt und die Zahnfleischentzündungen werden behandelt. Sie sollten schon im Welpenalter beginnen, die Zähne Ihres Hunde bzw. Ihrer Katzen zu pflegen. Dafür stehen tiergerechte Zahnpasten, Adhäsiv-Gele und reinigende Maulspülungen zur Verfügung. Weiterhin kann die Zahnreinigung durch spezielle Futtermittel und Kauprodukte unterstützt werden. Wir beraten Sie gerne!

Urlaubszeit – Reisezeit


Setzen Sie sich bitte rechtzeitig vor Ihrer geplanten Urlaubsreise mit uns in Verbindung. Wir informieren Sie gerne über die geltenden Einreisebestimmungen der jeweiligen Länder bzw. über die Wiedereinreise in die Europäische Union (EU).

Wichtige Themen für die Vorbereitung einer Urlaubsreise sind:

  • Mögliche Infektionskrankheiten
  • Rechtzeitige Impfungen
  • Kennzeichnung mit Mikrochip
  • Ausstellung eines Heimtierausweises
  • Wirksamer Schutz vor Parasiten
  • Verhinderung der Reisekrankheit

Das Alter ist keine Krankheit – Geriatrie bei Hund und Katze


Glücklicherweise steigt die Lebenserwartung unserer Haustiere wie auch die der Menschen stetig an. Dies hängt mit den verbesserten Lebensbedingungen, der Fütterung und der gesundheitlichen Versorgung zusammen. Möchten Sie ungefähr wissen, wie alt Ihr Hund in Menschenjahren ist, multiplizieren Sie sein Alter mit dem Faktor 7, bei Katzen mit dem Faktor 5. Durchschnittlich werden Hunde 12 und Katzen 15 Jahre alt. In den meisten Fällen haben kleinere Hunde eine höhere Lebenserwartung als große. Ab dem 7. Lebensjahr zählt man unsere Hunde und Katzen zu den älteren Tieren. Auch wenn die Leistungsfähigkeit mit den Jahren abnimmt, sollten Sie nicht alle auftretenden Veränderungen als zwangsläufige Alterserscheinungen betrachten. Beobachten Sie Ihren älteren Vierbeiner im täglichen Zusammenleben etwas genauer. Ist der Hund etwa matt oder die Katze zunehmend ruheloser geworden? Besteht eine deutliche Gewichtszunahme oder eine Abmagerung? Wie ist es um das Fress- bzw. Trinkverhalten bestellt? Gibt es Veränderungen beim Absatz von Kot und Urin? Haut und Haare sind auch ein Spiegel der inneren Organe. Der Atem sollte nicht übelriechend sein. Wie steht es um die Belastbarkeit, treten gar Husten oder Kurzatmigkeit auf? Hat der Hund Probleme beim Aufstehen und springt die Katze noch aufs Fensterbrett?
Lassen sie ihre Tiere vorsorglich vom Tierarzt untersuchen, so können bereits erste Anzeichen von Erkrankungen erkannt und behandelt werden. Der Tierarzt beurteilt die Augen, die Ohren, die Zähne, das Fell, die Krallen und die Fortpflanzungsorgane. Er tastet den Körper nach Veränderungen ab und überprüft den Bewegungsapparat. Die Kreislauffunktion wird durch das Abhören von Herz und Lunge und durch das Fühlen des Pulses überprüft. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes kann weitere Aufschlüsse geben. Besondere Bedeutung kommt der geriatrischen Blutuntersuchung zu. Hierbei werden die Funktionen von Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Schilddrüse bestimmt, auch die Untersuchung auf die sogenannte Zuckerkrankheit ist möglich. Sind alle Blutwerte zufriedenstellend, können Frauchen und Herrchen beruhigt sein. Wenn Veränderungen feststellbar sind, gilt es der Ursache auf den Grund zu gehen und einen Behandlungsplan zu erstellen. Mit Hilfe geeigneter Diäten ist es möglich, die inneren Organe zu entlasten, Heilmittel auf natürlicher Basis können ihre Funktion unterstützen. Bestimmte Diagnosen erfordern den gezielten Einsatz von Medikamenten. In den letzten Jahren wurden viele erprobte Arzneien erfolgreich aus der Humanmedizin in die Tiermedizin überführt, so dass auch bei ernsthaften Erkrankungen eine verlängerte Lebensdauer bei guter Lebensqualität der Tiere erreicht werden kann.
Ein häufiger Grund für die Vorstellung in der Tierarztpraxis sind Lahmheiten. Der Umgebung wird bewusst, das sich vor allem größere Hunde zunehmend ungern bewegen, steif gehen oder stolpern. Hier liegen oft chronische Veränderungen an der Wirbelsäule und den Gelenken vor, die zu Schmerzen oder Missempfindungen führen. Ein rechtzeitiges Eingreifen ist gefragt, denn durch Schonhaltungen und Fehltritte verschlechtert sich die Situation. Der Bewegungsapparat und die Funktion der Nerven kann mit regenerierenden Zusatzfuttermitteln, modernen entzündungshemmenden Medikamenten und entsprechender Physiotherapie verbessert werden. Ziel ist es, die Tiere beweglich zu halten und damit ihre Lebensfreude zu erhalten.
Um so länger Tierhalter mit ihren Schützlingen zusammenleben, desto enger und eingespielter ist ihre Beziehung. Schleichende Alterungsprozesse können als abgeklärte Altersweisheit verstanden werden, es kann sich aber auch um eine Art Demenz handeln. Die Leistung der neuronalen Strukturen wird durch eine schlechtere Durchblutung und die veränderte Konzentrationen von Botenstoffen beeinflusst. Der sogenannte Altersstarrsinn kann durch nachlassende Seh- bzw. Hörfähigkeit bedingt sein. Die Umwelt sollte sich auf diese Veränderungen einstellen, die Tiere nicht über-, aber auch nicht unterfordern. Es gibt Medikamente, welche die Sinnensleistungen unserer vierbeinigen Senioren verbessern können.
Im Alter verschlechtert sich oftmals auch die Immunlage des Organismus, deshalb ist ein ausreichender Impfschutz und die regelmäßige Behandlung gegen Parasiten ratsam. Auch dies kann beim jährlichen Gesundheitscheck in Ihrer Tierarztpraxis überprüft werden.

Die richtige Diät – nicht nur bei Übergewicht


Eine Diät wird umgangssprachlich oft mit einer Abmagerungskur gleichgesetzt.  Die Gewichtsreduzierung ist jedoch nur ein Anwendungsgebiet von Diäten bei Tieren. Eine Diät ist eine besondere Form der Ernährung, d.h. die Darreichung und die Zusammensetzung der täglichen Kost ist auf bestimmte Zustände des Körpers genau abgestimmt. Somit stellt eine gezielte Diät einen wichtigen Teil der Therapie dar, denn kranke Tiere benötigen andere Nahrung als gesunde. Erkrankungen verursachen oft Stoffwechselstörungen. Diätfuttermittel sind daher speziell auf die vorhandenen oder zu erwartenden Stoffwechselsituationen eingestellt.

Diäten kommen zum Einsatz bei:

  • wachsenden Tieren
  • Verdauungsstörungen
  • Futtermittelunverträglichkeiten
  • allergiebedingten Hauterkrankungen
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Erkrankungen der harnableitenden Wege
  • vor und nach Operationen
  • Übergewicht
  • Zahnproblemen
  • älteren Tieren

Eine Diät unterstützt den Heilungsverlauf, schwächt Beschwerden bei chronischen Erkrankungen ab und kann die Wiederkehr bestimmter Krankheiten verhindern. Nach eingehender Untersuchung und Stellung einer genauen Diagnose können wir die Ernährung speziell auf die Bedürfnisse Ihres Tieres einstellen.

Die Fütterung von Nagetieren


Bei Kaninchen und Meerschweinchen spielt die richtige Ernährung eine wesentliche Rolle, damit es nicht zu Verdauungsproblemen kommt. Das im Handel angebotene Körner- bzw. Pelletfutter reicht zur Ernährung der Nager alleine nicht aus. Besonders wichtig für diese Pflanzenfresser sind faserreiche, nicht zu stark zerkleinerte Futtermittel, wie Heu und Grünpflanzen. Diese werden für die Verdauungsvorgänge benötigt und dienen zur Aufrechterhaltung der typischen Darmflora. Außerdem führen sie zur gewünschten Abnutzung der ständig nachwachsenden Schneide- und Backenzähne. Eine einseitige Fütterung mit Fertigfutter führt zu Zahnproblemen und zur Verfettung der Nager. So ist in der tierärztlichen Praxis leider oftmals die Behandlung der Folgen falscher Ernährung notwendig. Folgende Grundsätze für die Fütterung von Nagetieren sollten Sie einhalten: Bieten Sie täglich frisches Wasser aus einem Trinkautomaten speziell für Nager an. Füttern Sie Heu zur freien Verfügung, dazu Grünfutter und nur kleine Mengen Fertigfutter. Als Grünfutter eignen sich: Löwenzahn, Wegerich und Gras. Als Gemüse kommen mäßige Mengen Gurke, Tomate, Salat und Paprika in Frage. Verzichten Sie auf die Fütterung von jeglichem Kohl, dieser kann zu starken Aufgasungen im Magen und im Darm führen. Wenige Mengen Äpfel, Birnen und Weintrauben können ab und zu den Alltag versüßen. Frisches Grünfutter sollten Sie stets gut abwaschen. Geben Sie das Futter immer in eine Raufe, denn auf dem Boden des Käfigs kann es leicht verschmutzen. Was an frischem Futter nach einer Stunde nicht aufgefressen wurde, sollten Sie aus dem Käfig entfernen, bevor es verdirbt. Beim Sammeln von Grünfutter sollten Sie darauf achten, dass es nicht mit Abgasen, Düngemitteln oder Kot von anderen Tieren verunreinigt ist. Bitte nehmen Sie keine abrupten Futterumstellungen vor. Wenn im Winter hauptsächlich Trockenfutter gefüttert wurde, darf im Frühling nicht plötzlich auf frisches Grün umgestellt werden. Füttern Sie nicht direkt aus dem Kühlschrank. Verzichten Sie auf Gekochtes, Gebratenes, Tiefkühlgemüse und Konserven für Ihre Nager. Zum Beknabbern eignen sich Äste von Obstgehölzen. Während des Sommers werden auch die Blätter von Obstbäumen von Kaninchen gerne als Delikatesse angenommen. Sorgen Sie für ausreichende Bewegung Ihrer kleinen Hausgenossen, damit diese vital und gesund bleiben. Lassen Sie vorsorglich mindestens einmal im Jahr die Zähne Ihrer Nager beim Tierarzt kontrollieren. Aktuell besonders wichtig ist die rechtzeitige Impfung der Kaninchen gegen RHD 1 und RHD 2 sowie Myxomatose!

Gesunde Haustiere – auch im Winter


Das Winterwetter setzt nicht nur uns Menschen zu, auch unsere Haustiere sind davon betroffen. Hunde müssen Gassi gehen, auch wenn das Wetter nicht optimal ist. Kurzhaarige Hunde frieren schneller als ihre langhaarigen Artgenossen und müssen bei Kälte immer in Bewegung bleiben. Dies gilt für alle Tiere, wenn sie nass sind, da ihr Körper dann mehr Wärme abgibt. Eis, Streusalz und Split greifen die Hundepfoten an. Zur Vorbeugung bei empfindlichen Pfoten oder wenn bereits Entzündungen bestehen, leisten Pfotenschuhe in verschiedenen Größen gute Dienste. Nach dem Gassi gehen sollten die Pfoten mit klarem Wasser gereinigt werden. Spezielle Pflegeprodukte können nützlich sein, um das Austrocknen und Reißen der Ballen zu verhindern. Das Fressen von Schnee verursacht bei Hunden häufig Durchfall und Erbrechen. Deshalb sollte man es unterbinden und die Vierbeiner nicht durch Schneeball werfen dazu animieren. Eine Katze, die bisher als reiner „Stubentiger“ gehalten wurde, darf im Winter nicht plötzlich zum ganztägigen Freigänger erklärt werden. Es sollte eine Katzenklappe oder zumindest ein warmes Plätzchen am Haus vorhanden sein. Achten Sie vor dem Start ihres Autos darauf, dass sich keine Katze im Motorraum befindet, die sich hier aufwärmen wollten. Gehen Sie sorgsam mit Frostschutzmitteln um, die Äthylenglykol enthalten. Diese werden von Haustieren wegen des süßen Geschmacks gerne aufgenommen und führen zu meist tödlichen Vergiftungen. Das Kaninchenfell bietet eine gute Isolation, so dass die „Mümmelmänner“ in einem wind- und wettergeschützten Stall den Winter draußen verbringen können. Zur Ausbildung eines entsprechend dicken Felles müssen sie aber während des Übergangs der Jahreszeiten draußen leben. Plötzliche große Temperaturschwankungen vertragen solche „Freilandkaninchen“ allerdings nicht. Man sollte sie öfters an ihrem Stall besuchen, jedoch nicht zum Streicheln in die warme Wohnung holen und dann wieder in die Kälte bringen. Für Meerschweinchen ist Vitamin C lebensnotwendig. Da im Winter kein frisches Grünfutter zur Verfügung steht, sollte man auf eine gute Versorgung mit Obst und Gemüse achten. Außerdem stehen verschiedene Vitaminpräparate zu Verfügung. Während der Heizperiode kommt es zu starken Luftbewegungen innerhalb der Wohnräume. Die Behausungen von Heimtieren sollten deshalb geschützt vor Zugluft und nicht direkt auf dem Fußboden aufgestellt werden. Bitte achten Sie darauf, dass vor allem Hunde in der Weihnachtszeit keinen Zugang zu Schokolade haben. Schokolade kann bei Hunden Vergiftungen verursachen und abhängig von der Menge zum Tode führen. Wenn Sie noch Fragen haben, wir beraten Sie gerne.

Igel – Tipps zur Pflege und Überwinterung


Welche Igel sollten aufgenommen werden?

Immer wieder kommt es vor, dass man besonders abends junge Igel im Garten oder sogar auf der Straße findet. Nicht jeder Igel muss sofort mit nach Hause genommen werden. Es gibt einige wichtige Kriterien, die jeder Finder beachten sollte:
Zuerst überprüft man, ob erwachsene Igel in der Nähe sind. Ist das Fundtier gesund, sollte man es vorsichtig aus der Gefahrenzone entfernen und in der Nähe des wahrscheinlichen Muttertieres absetzen. Die Mutter übernimmt allein die Aufgabe der Kindererziehung. Ansonsten sind Igel Einzelgänger und trennen sich sofort von der Mutter, wenn sie sich im Alter von 3-4 Wochen selbständig ernähren können. Ist kein erwachsenes Tier zu entdecken, sollte man den Gesundheitszustand des Findlings kontrollieren und dabei das Körpergewicht sowie die Außentemperaturen beachten. Von diesen Faktoren ist es abhängig, ob Sie den Igel mit nach Hause nehmen dürfen.
Kranke, verletzte und schwache Igel dürfen Sie ganzjährig gesund pflegen. Vergessen Sie dabei nicht, dass Igel unter Naturschutz stehen und keine Haustiere sind. Sobald die Tiere wieder gesund sind, müssen sie in die freie Wildbahn entlassen werden. Falls Sie im Oktober / November bei ca. 5° C einen Igel finden, orientieren Sie sich an dessen Gewicht. Igel können ihren Winterschlaf, der von Anfang Dezember bis Ende April dauert, nur ab einem bestimmten Gewicht unbeschadet überstehen. Liegt das geschätzte Gewicht des Tieres unter 700 g, sollten Sie es zur Überwinterung mitnehmen. Stellt sich zu Hause heraus, dass der Igel über 700 g wiegt, setzen Sie ihn an der Stelle wieder aus, wo Sie ihn gefunden haben. Entdecken Sie einen Igel bei Frost oder Schnee, ist dieser vermutlich frühzeitig aus dem Winterschlaf aufgewacht und nun auf der erfolglosen Suche nach Nahrung. Das Tier hat dann wenige Überlebenschancen und bedarf menschlicher Pflege. Kranke bzw. verwundete Tiere sollten zuerst einem Tierarzt vorgestellt werden.

Was ist bei der Erstversorgung zu tun?

Das meist unterkühlte Tier wird in einem Handtuch auf einer Wärmflasche gebettet und in einen abgedunkelten Raum mit einer Temperatur von 18 bis 20 Grad gestellt. Verwenden Sie kein Rotlicht, da die Gefahr der Überhitzung und Austrocknung besteht. Dann gönnen Sie dem Igel etwas Ruhe. Wird der Igel nach einiger Zeit aktiv, bieten Sie ihm ein Schälchen Wasser und etwas Katzen- bzw. Hundefutter an. Es ist ein sehr gutes Zeichen, wenn das Tier zu fressen beginnt. Zeigt der Igel allerdings keinen Lebenswillen, flößen Sie ihm mittels einer Pipette oder Plastikspritze dünnen angewärmten Fencheltee ein. Die Wärmflasche muss ständig gewechselt und das Tier regelmäßig mit Flüssigkeit versorgt werden. Wenn nach 5-6 Stunden keine deutliche Besserung erkennbar ist bzw. der Zustand des Tieres schlechter wird, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf. Möglicherweise ist eine weitere medizinische Versorgung oder sogar im schlimmsten Fall eine Einschläferung notwendig.

Der Befall mit Außenparasiten stellt meist für die Igel eine zusätzliche Belastung dar. Wenn sich das Tier erholt hat und einen stabilen Zustand aufweist, kann man mit dem Entfernen der Außenparasiten beginnen. Flöhe bekämpfen Sie mit dafür bestimmten und für Igel verträglichen Puder oder Sprays. Bitte ohne den Rat eines Igelkundigen Tierarztes kein Spot-on Präparat benutzen, da dieses vor allem für schwache oder kranke Igel tödlich enden kann. Zecken entfernen Sie mit Hilfe einer Pinzette / Zeckenzange durch eine leichte Drehbewegung am Zeckenkopf. Weist das Tier einen Befall mit Fliegeneiern / Maden auf, müssen diese ebenfalls dringend abgesammelt und vorhandene Wunden gesäubert werden. Führen Sie bitte einen Pflegebericht über den Igel mit folgenden Daten: Fundort, Datum, Uhrzeit, Gewicht, Tierarztbesuche. Das tägliche Wiegen ist besonders wichtig, um zu erkennen ob sich das Tier positiv entwickelt.

Wie erfolgt die Unterbringung?

Jeder Igel sollte in einem eigenen Gehege untergebracht werden. Günstig sind Hasenkäfige mit Plastikschale, stabile Kartons aus dicker Pappe oder selbstgebaute Kästen aus beschichteten Span- oder Hartfaserplatten. Die Höhe der Seitenwände muss mindestens 40 cm betragen, da Igel gute Kletterer sind und gerne ausbrechen. Ein Auslauf von etwa zwei Quadratmetern ist optimal. Das Schlafhäuschen kann aus Pappkarton (ca. 30 x 30 cm) mit einem Schlupfloch (ca. 10 x 10 cm) und zusammengeknüllter Zeitung im Inneren bestehen. Als Unterlage im Käfig verwenden Sie ebenfalls Zeitung. Da Igel von Natur aus nicht stubenrein sind, sollte der Käfig täglich gereinigt werden. Besteht der Auslauf aus einem Karton, ist dieser regelmäßig zu wechseln. Heu oder Stroh sind aus hygienischen Gründen nicht als Unterlage geeignet.

Wie erfolgt die Fütterung?

Igel sind nachtaktive Insektenfresser. Sie fressen fast alles, was ihnen über den Weg „läuft“. Dazu gehören vor allem Käfer und deren Larven, Regenwürmer, Schnakenlarven, Schnecken, Spinnen, Hundert- und Tausendfüßer, selten Asseln oder manchmal Aas. Pflanzenteile werden nur zufällig mit der tierischen Nahrung aufgenommen. Für die Überwinterung im Haus erhalten Sie im Fachhandel spezielles Igelnassfutter und allerlei an Insekten (tiefgekühlt oder lebend). Bitte kein Igelfutter verwenden welches Nüsse, Früchte, Obst, Pilze und Bäckereierzeugnisse enthält, diese gehören nicht auf den Speiseplan eines Insektivoren. Der kurze und gerade Magen-Darm Trakt kann pflanzliche Nahrung nicht aufschließen und es kann zu Durchfällen kommen.
Auf das alleinige Verfüttern von Katzen- und Hundefutter sollten Sie verzichten, da die Inhaltsstoffe nicht zur dauerhaften Ernährung von Igeln geeignet sind. Auch die Fütterung von Kuhmilch kann zu starken Verdauungsstörungen führen. Igel mit einem Gewicht unter 180 g müssen mit Igelmilch aus dem Fachhandel bzw. mit Aufzuchtmilch für Hunde oder Katzen gefüttert werden. Die Futtermenge ist individuell nach der Körpermasse zu gestalten. Folgende Nahrungsmittel können Sie dem Igel anbieten, um den Speiseplan etwas abwechslungsreicher zu gestalten:
– hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil
– gekochtes Hühnerfleisch, Hühnermägen, Hühnerherzen, Kopffleisch
– angebratenes Hackfleisch ohne Gewürze
– Rührei
– diverse Insekten wie: Heimchen, Mehlwürmer, Buffalowürmer, Zophobas, Wachsmottenlarven, Bienenmaden, Wanderheuschrecken

Welche Krankheiten können auftreten?

Um Krankheiten frühzeitig zu erkennen achten Sie auf den abgesetzten Kot und das Gewicht des Tieres. Der Kot sollte würstchenförmig, fest und braun sein. Haben Sie Milchprodukte gefüttert, kann sich der Kot grün färben. Leidet das Tier an Durchfall sollte schnell eine Behandlung durch einen Tierarzt erfolgen, weil das Tier auszutrocknen droht. Die Gewichtszunahme sollte bei Jungigeln pro Tag mindestens 5-10 g betragen. Ist dies trotz guter Futteraufnahme nicht der Fall, liegt wahrscheinlich ein Befall mit Innenparasiten vor.  Zwecks Diagnostik und angepasster Entwurmung wenden Sie sich an einen Tierarzt bzw. eine Tierärztin. Hierfür sammeln Sie bitte den Kot von drei Tagen in einem geeigneten Behältnis. Die Tierarztpraxis untersucht die Probe dann unter dem Mikroskop und kann so feststellen, welche Darmparasiten Schwierigkeiten machen.

Wie erfolgt die Auswilderung?

Denken Sie immer daran, dass Sie im Sinne der Natur handeln und sich mit Ihrem Gast kein neues Haustier angeschafft haben. Igel gehören in die freie Natur, sobald sie sich selbständig ernähren können und es die Außentemperaturen zulassen. Nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf soll der Igel mindestens auf das Gewicht, welches er vor dem Winterschlaf hatte, aufgefüttert werden. Handaufgezogene Igelbabys müssen in einem ausbruchsicheren Freigehege zur Vorbereitung auf die Natur untergebracht werden. Dort können die Jungigel die Jagd auf Beutetiere üben.
Je nach Wetter sollen Igelpfleglinge ab Anfang April bis Anfang Mai abends am Fundort oder in dessen näherer Umgebung freigelassen werden, denn Igel haben ein ausgesprochen gutes Ortsgedächtnis. Sollte der Fundort ungeeignet sein (stark befahrene Straße, Neubaugebiet) muss ein neuer Lebensraum gesucht werden. Geeignet sind alte Obstplantagen, Wäldchen mit Buschbestand oder Naturschutzgebiete. Verstecken Sie das Tier in der Abenddämmerung unter Ästen oder Baumwurzeln. Der Igel braucht einige Zeit um sich neu zu orientieren. Anfangs können Sie ihm für den Notfall ein Schälchen mit Wasser und Futter für zwei Tage bereitstellen. Die Tiere müssen nach der Aufzucht unabhängig vom Menschen überlebensfähig sein, deshalb ist auf weitere Fütterungen zu verzichten.
Für weitere Informationen und Tipps besuchen sie bitte die Internetseite http://www.pro-igel.de/