Gefahren durch Zeckenbefall

Wer sich in der Natur bewegt kennt sie: die Zecken! Blutsaugende Parasiten, die uns in diesem Jahr besonders zu schaffen machen. Sie sind nicht nur für uns Menschen lästig und gefährlich, sondern auch für unsere vierbeinigen Hausgenossen. Zecken sind Spinnentiere und gehören zu der Gruppe der Milben. In Deutschland kommen am häufigsten Schildzecken vor. Man unterscheidet dabei u.a. Holzböcke, Igelzecken, Schafzecken, Hundezecken und Auwaldzecken. Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist in Deutschland heimisch und weit verbreitet. Die braune Hundzecke und die Auwaldzecke wurden aus Süd- bzw. Osteuropa eingeschleppt und kommen meist bei Hunden vor. Schildzecken durchlaufen nach dem Schlüpfen aus dem Ei mehrere Entwicklungsstadien. Die Larve häutet sich zur Nymphe und diese zur erwachsenen Zecke. Jedes Stadium muss Blut saugen, bevor es sich weiterentwickeln kann. Das Wirtsspektrum umfasst dabei Nagetiere, Wild- und Nutztiere, Katzen, Hunde und Menschen. Zecken lieben es feucht und warm. Nur in kalten Winter- und trockenen Sommermonaten ist ihre Aktivität deutlich eingeschränkt. Bevorzugte Aufenthaltsgebiete sind Waldränder, Lichtungen, Uferregionen, aber auch Wiesen und Gärten. Zecken bewegen sich auf dem Boden fort und begeben sich vom Unterholz, von Sträuchern und hohem Gras auf ihre Opfer. Mit Hilfe spezieller Organe nehmen die Zecken ihre Wirte in der Umgebung war. Besonders werden chemische Reize registriert, die Wirbeltiere durch ihren Stoffwechsel abgeben. Aber auch thermische Signale, Vibrationen und sich ändernde Lichtverhältnisse werden zur Erkennung potentieller Opfer genutzt. Aus ihrer Lauerstellung heraus krallen sich Zecken an Haut, Fell oder Kleidung fest und krabbeln zu einer geeigneten Hautregion. Sie nehmen Ihre Blutmahlzeit ein, indem sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut durchdringen. Da die Zecken mit ihrem Speichel betäubende Stoffe abgeben, gelingt es ihnen anfangs relativ unauffällig Blut zu saugen. Im dichten Fell von Hunden und Katzen sind die Zecken oft kaum wahrzunehmen. Erst wenn sie durch das Blutsaugen an Größe zugenommen haben, werden sie vom Tierbesitzer bemerkt. Katzen neigen dazu, sich die Zecken wegzukratzen, wobei oftmals Wunden und Hautentzündungen entstehen. Durch den Saugakt können Zecken verschiedene Krankheitserreger auf ihre Wirte übertragen. Die gute Nachricht: es ist sehr unwahrscheinlich, dass Katzen durch Zeckenbisse krank werden. Um so gefährlicher sind Zeckenbisse leider für unsere Hunde. Holzböcke übertragen die Borreliose und die FSME. Die Borreliose kann bei Hunden zu schweren Symptomen, wie Fieberschüben und wechselnden Lahmheiten führen. Im Gegensatz zum Menschen ist bei Hunden eine Impfung gegen Borreliose möglich, ihr Tierarzt wird sie gerne darüber beraten. Die braune Hundezecke überträgt die Blutkrankheiten Babesiose, Erlichose und Anaplasmose. Diese „Reisekrankheiten“ kommen inzwischen auch in Deutschland vor. Bei Hunden, die aus dem Mittelmeerraum stammen, sollten geeignete Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um diese Infektionen auszuschließen. Vorbeugen ist besser als heilen! Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Zecken erst nach 12 bis 48 Stunden Krankheitserreger weitergeben. Suchen sie also abends besonders ihre Hunde ab und entfernen sie die Zecken z.B. mit einer Zeckenzange! Da diese Methode nicht immer vollständig sein kann, empfiehlt sich eine geeignete Zeckenprophylaxe. Ziel ist es, die Zecken abzuwehren bzw. abzutöten, bevor diese Krankheitserreger übertragen können. Dazu bedarf es bestimmter tierärztlicher Präparate, deren Anwendung je nach Umfeld, Gewohnheiten und Größe der Tiere unterschiedlich erfolgen kann. Hochwirksam und sehr praktikabel sind sogenannte „spot-on“ Produkte. Hierbei wird der Wirkstoff an einer Stelle des Körpers aufgetragen und verteilt sich von dort aus über die gesamte Hautoberfläche. Dort wird der Wirkstoff gespeichert und schützt die Tiere über mehrere Wochen vor Zecken. Bitte benutzen sie niemals Zeckenmittel für Hunde bei Katzen! Lassen Sie sich vom Tierarzt über geeignete Möglichkeiten zum wirksamen Schutz Ihres Tieres vor Zecken beraten!